Das Projekt HICOS
Beim Projekt HICOS handelt es sich um die Entwicklung eines integrierten Systems zur Analyse, Modellierung und Implementierung von Geschäftsprozessen. HICOS wurde im Rahmen eines ESPRIT-Projektes (ESPRIT 6657) von den Kooperationspartnern empirica GmbH (Bonn), ÖDAV GmbH (Düsseldorf), den Rutherford Appleton Laboratories (Didcot, UK), PROMIND (Paris), BISS GmbH (Wilhelmshaven/Oldenburg), CLS GmbH (Bonn), ÖVA (Mannheim) sowie den Winterthur Versicherungen (München) entwickelt.
HICOS ist ein modernes Vorgangssteuerungs-System. Es ermöglicht die Optimierung der Geschäftsprozesse eines Unternehmens und bietet Unterstützung beim Aufbau einer kundenorientierten Organisationsstruktur und neuer Vertriebswege. Bei der Bearbeitung von Geschäftsvorfällen ergeben sich massive Rationalisierungseffekte. Hier bewirkt HICOS eine Verbesserung der Arbeitsqualität, eine Steigerung der Arbeitseffektivität und gleichzeitig eine Entlastung der Sachbearbeiter von Routinetätigkeiten. Der Sachbearbeiter gewinnt dadurch mehr Zeit für die Kundenbetreuung und produktivere Tätigkeiten.
HICOS besteht aus mehreren Komponenten:
BeCAMe (Business Case Analysis and Design Methodology); einer Methodik zur Identifizierung, Analyse, Beschreibung und Modellierung von Geschäftsvorfällen
Case Builder Tool (CBT); einem grafischen Werkzeug zum Design und zur Detail-Definition von Geschäftsvorfalltypen (GV-Typen) und zur Simulation von Geschäftsvorfällen
Case-Prozessor (CP); der Laufzeitkomponente zur Bearbeitung von Geschäftsvorfällen: CP steuert den Ablauf von Geschäftsvorfällen durch die Ausführung des zugehörigen GV-Typs
BeCAMe behandelt folgende Hauptthemen:
Feststellung der Rahmenbedingungen auf Unternehmensebene
Analyse von Geschäftsvorfällen (GV)
GV-Typ-Redesign
GV-Typ-Modellierung
GV-Typ-Einführung
GV-Typ-Wartung und Weiterentwicklung
GV-Typ-Verwaltung und Überwachung
Das Case Builder Tool (CBT) besitzt eine grafische, intuitiv zu bedienende Oberfläche und benutzt zum GV-Typ-Design eine eigens entwickelte Definitionssprache: Die Case Definition Language (CDL). Das Arbeiten mit dem CBT ähnelt dem Zeichnen eines Programmablaufplanes. Diese grafische Form wird in ein vom Case Prozessor lesbares Skript umgesetzt. Programmierkenntnisse sind daher nicht erforderlich.
Der HICOS Case-Prozessor (CP) präsentiert jedem Benutzer eine Liste derjenigen Geschäftsvorfälle (GV), die zur Zeit von ihm (ggf. nach Priorität) bearbeitet werden können. Ist ein neuer Geschäftsvorfall anzulegen, wählt der Benutzer den passenden GV-Typ aus und kann sofort die Bearbeitung starten. Nach Auswahl eines Geschäftsvorfalles braucht der Benutzer nur dann tätig zu werden, wenn ein Dialog erforderlich wird.
Alle anderen Arbeitsschritte führt der Case-Prozessor automatisch aus:
Erkennen und Verarbeiten von Ereignissen
Bestimmen des nächsten Einzelschrittes aufgrund der Ablauflogik im GV-Typ
Veranlassen von betrieblichen Aktionen und Fortschreiben der GV-Akte
Ebenso werden Geschäftsvorfälle automatisch an die Benutzer weitergereicht, die zur Durchführung der einzelnen Aktivitäten berechtigt sind. Ist zur Weiterbearbeitung eines Geschäftsvorfalles ein Plattformwechsel erforderlich, wird er zu dem entsprechenden Rechner geschickt.
Viele Erkenntnisse, Methodiken und teilweise Code aus dem HICOS-Projekt sind in das Design und die Entwicklung von B-Wise eingeflossen.
